Für Nervenkitzel bis zum Zielstrich sorgten 17 Kontrahenten beim achten Lauf um den New Renault Clio Cup im Rahmen der BFGodrich Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Nach packenden Duellen holte sich Karl Brinker die Tabellenführung in der Renault-Wertung zurück und seinen dritten Klassensieg in der SP3. Hinter ihm: Axel Linther und das Duo Henry Walkenhorst und Michael Schrey.
Noch zwei Rennen bis zum Saisonende, und im New Renault Clio Cup ist weiterhin alles offen. Zwei Dreher in der ersten Runde und hitzige Zweikämpfe mit dem heftig attackierenden Kontrahent Axel Linther vermochten den Ring-Racing-Fahrer Karl Brinker nicht aufzuhalten. Mit dem dritten Klassensieg in der SP3 eroberte sich der 50-Jährige auch die Tabellenführung im New Renault Clio Cup zurück, die ihm zuvor die Berliner Elmar Jurek und Jannik Olivo abgeknöpft hatten. „Einfach genial. Das war mein schönstes Rennen“, schwärmte der Ring-Racing-Fahrer über den 8. Lauf um die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft im 187 Starter starken Feld auf der Nürburgring-Nordschleife. Die Türklinkenduelle zwischen ihm und Axel Linther waren ganz nach dem Geschmack der beiden Solokämpfer und der Zuschauer beim vierstündigen Rennen um den Barbarossapreis des MSC Sinzig. „Wir haben hart, aber fair gekämpft“, bestätigte auch Linther begeistert. „Ab dem zweiten Tankstopp hatte ich ein Problem mit dem Kraftstoffdruck“, erklärte der Mintgen-Fahrer, Kurz vor Rennende steuerte der zu diesem Zeitpunkt in Führung Fahrende nochmals die Box an zum Nachtanken. Damit war der erste Platz weg. „Wir mussten aber auf Nummer sicher gehen, schließlich wollten wir ankommen“, so Linther, der auch in der SP3 Platz drei belegte.
Zufrieden mit dem dritten Platz im Renault-Klassement und vierten Rang in der SP3 zeigte man sich nach dem 8. VLN-Lauf auch im Team Walkenhorst. Henry Walkenhorst und Michael Schrey hatten sich das Cockpit geteilt und waren ein hervorragendes Rennen gefahren. „Alles in allem ist es prima gelaufen“, lautete die Bilanz. Die bis dahin Führenden in der Renault-Tabelle, Elmar Jurek und Jannik Olivo, mussten wegen eines defekten Spurstangenkopfes ungeplant die Box ansteuern und verloren zu viel Zeit, um noch in die Wertung zu kommen. Sie stehen jetzt wieder auf Platz zwei der Meisterschaftswertung. Von einem tollen Renneinsatz schwärmte Ring-Racing-Fahrer Jacques Meyer, der mit seinem Co-Pilot Kurt Ecke auf Rang vier kam. „Kurz vor dem Tankstopp konnte ich noch an zwei Clio-Konkurrenten vorbeiziehen. Mit einem vierten Platz bin ich super zufrieden“, lachte Meyer.
Wertvolle Punkte verlor indes Knut Wolf, der mit Marc Beckord auf Rang drei in der Tabelle steht, und im Rennen, diesmal ein Soloeinsatz, nur den 18. Platz belegte. „Heute war der Wurm drin“, meinte der Schlaug-Fahrer, nachdem er mehrfach an der Box war. Gleich beim Start hatte er sich die Ölwanne abgerissen, als er einem kreiselenden Vordermann auswich.
Pech hatte auch der Rennstall drive-a-racecar. Das Team hatte erst wenige Tage zuvor den aktuellen „Meister-Clio“ von den Benz–Brüdern neu übernommen und in Rekordzeit vorbereitet. Für die Fahrer Michael Trick, Werner Gloyna und Stefan Winckler war der Nordschleifenlauf jedoch bereits nach wenigen Runden vorbei. Winckler wurde in einen Unfall verwickelt, über die Strecke gedreht, und das Auto schlug mehrfach ein. Die Teamgefährten Gunther Gühne, Rolf-Peter Ihlenfeldt und Jürgen Peter belegten auf dem Vorgänger-Clio den 16. Platz.
Begeistert von seiner Premiere im New Renault Clio Cup zeigte sich indes Teamchef Karl-Heinz Teichmann. Der Tourenwagenroutinier ging auf der Nordschleife gemeinsam mit Michael Schneider erstmals im Clio an den Start. Das Komplettpaket, das Renault MotorSport mit dem New Renault Clio Cup bietet, hatte ihn überzeugt. „Da passt alles“, so Teichmann.
So auch die Bilanz von Meister Mathias Schläppi, dem Schweizer Teamchef, der in der ADAC-Procar bereis den New Renault Clio Cup für sich entschieden hat. Seine Piloten Nicolas Abril und Stig Näs sowie Holger Goedike und Stefan Hüsler belegten den achten und neunten Platz. Vor ihnen das Duo Karl Raab und Sebastian Lhomer auf Rang sieben, sowie Frank-Dieter Lohmann und Peter Utsch auf dem sechsten Rang. Die Schlaug-Piloten Werner Uerecht, Michael Brüggenkampp und Franck Haack beendeten den VLN-Lauf um den New Renault Clio Cup auf Rang 13, Markus Lüscher und Hanspeter Muster auf Rang 15. Xavier Lamadrid, Mark Donaldson und Max Girarda kamen auf Rang 20.
Mit einem neu aufgebauten Clio gingen erstmals Uwe und Theo Kleen und Klaus Völker aus dem Ring-Racing-Team an den Start. Sie wollen den Tourenwagen als Testträger aufbauen – und beendeten die erste „Probephase zum Ausloten von Kinderkrankheiten“ vorzeitig.